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7 Geschichten aus der Klimakrise

Angesichts der steigenden Temperaturen, die derzeit Schlagzeilen machen, berichten wir von einigen Menschen, die wir unterstützen und die von der Klimakrise betroffen sind.

1 August 2023

Dry landscape in Ethiopia which has been affected by drought due to the climate crisis

Von sengenden Hitzewellen bis hin zu tobenden Waldbränden – der Sommer 2023 könnte aus den falschen Gründen in Erinnerung bleiben. Wissenschaftler:innen haben erklärt, dass die jüngsten Hitzewellen ohne den Klimawandel fast unmöglich gewesen wären. Die jüngsten Klimadaten haben Klimawandelexperten auch zu der Aussage veranlasst, dass sich die Welt in „Neuland“ befindet.

Die Untersuchung von Wetterphänomenen ist zwar komplex, doch die Auswirkungen des Klimawandels auf das Weltklima sind bereits seit einigen Jahren zu beobachten. Er erhöht das Risiko von Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen und heftigen Stürmen. Oft sind es die am stärksten gefährdeten Communitys, die die negativen Auswirkungen des Klimawandels am stärksten zu spüren bekommen. In diesem Blog berichten einige der Menschen, die wir unterstützt haben und von der Klimakrise betroffen sind, über ihre Erfahrungen.

1. „Das war die schlimmste Dürre, die ich je erlebt habe.“

Eine Frau mit Kind im Arm steht vor einer vorübergehenden Unterkunft in Somaliland
Muna und zwei ihrer Kinder in Somaliland

Das Horn von Afrika ist seit vielen Jahren von Dürre heimgesucht. Grund dafür sind mehrere aufeinanderfolgende ausgefallene Regenzeiten.

ShelterBox hat bereits zuvor in Somaliland gearbeitet, um Menschen zu helfen, die aufgrund der Dürre vertrieben wurden. Dazu gehörten auch Muna und ihre Familie. Muna hatte ihren Lebensunterhalt mit Viehzucht verdient, aber aufgrund der Dürre konnte sie das Vieh nicht ausreichend ernähren.

„Die Tiere hatten nichts zu fressen, wir konnten ihnen nichts besorgen, und sie begannen zu sterben“, sagte sie. „Unsere Kinder und unser Leben hängen vom Vieh ab. Als das Vieh starb, hatten wir große Angst und machten uns große Sorgen.“

Bis zu 80 % des Viehbestands in Somaliland starben aufgrund der Dürre. Dazu sagte Muna: „Das war die schlimmste Dürre, die ich je erlebt habe. Ich habe noch nie so viele Jahre hintereinander ohne Regen erlebt.“

Wir konnten Muna und anderen Haushalten in Somaliland mit Shelter Kits und Haushaltsmaterialien helfen. Dadurch konnten sie ihre Lebensgrundlage wiedererlangen.

2. „Es hat schon lange nicht mehr geregnet.“

Eine Frau und 5 Kinder stehen vor einer Unterkunft in Äthiopien
Habon und ihre Familie in Äthiopien

In Äthiopien, was auch im Horn von Afrika liegt, herrscht weiterhin Dürre. Dies hat zu weit verbreiteter Not und steigenden Lebensmittelpreisen geführt. Die Krise im Land ist komplex, da in einigen Regionen auch Gewaltausbrüche zu verzeichnen sind. Über 5,5 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.

Wir arbeiten mit unserem Partner IOM zusammen, um einigen der Menschen, die aus ihren Häusern in Äthiopien fliehen mussten, Hilfe zu leisten. Dazu gehören auch Habon und ihre Familie. Sie hat die Klimaveränderungen im Land bemerkt: „Es hat lange nicht geregnet, und selbst wenn es regnet, sind es nur kleine Mengen.“

„Dies ist das zweite Mal, dass ich vertrieben wurde. Wir mussten alles zurücklassen und mitten in der Nacht aufbrechen. Wir haben nur unsere Kinder mitgenommen. Früher lebten wir vom Vieh, von der Landwirtschaft und vom Handel mit unserem Vieh und unseren landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Damals ging es uns gut, aber jetzt haben wir nichts mehr und es ist schwer, hier zu leben.“

Wir konnten Habon mit Materialien für den Bau einer Unterkunft und Haushaltsgegenständen unterstützen, und sie hat Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Wir hoffen, ein normales und friedliches Leben führen zu können und mehr Unterstützung von Ihnen zu erhalten. Wir brauchen Grundbedürfnisse wie ein dauerhaftes Zuhause, Gesundheitseinrichtungen und Schulen.“

3. „Jetzt regnet es mehr als früher und im Sommer ist es heißer als früher.“

Frau mit buntem Kopftuch und Gesichtsmaske neben einer Unterkunft in Indien
Sagarika und ihre Familie verloren im Mai 2020 ihr Haus durch den Zyklon Amphan

Der Klimawandel führt auch zu heftigeren Stürmen, was bedeutet, dass ihre Auswirkungen auf die Menschen noch verheerender sein können. Sagarika und ihre Familie leben in Westbengalen, Indien. Sie waren im Mai 2020 stark vom Zyklon Amphan betroffen.

Sagarika hatte bereits vor dem Zyklon Amphan den Klimawandel zu spüren bekommen. „Jetzt regnet es mehr als früher und im Sommer ist es heißer als früher“, sagte sie. Sagarika dachte darüber nach, wie sich die Wetterverhältnisse in den letzten zwei Jahrzehnten dramatisch verändert haben: „Was eigentlich im Monat Bhadra (August-September) passieren sollte, passiert jetzt im Monat Ashwin (September-Oktober), und Dinge, die eigentlich im Monat Ashwin passieren sollten, passieren jetzt im Monat Shraban (Juli-August). Die Dinge vermischen sich und passieren heutzutage zur falschen Zeit.“

Obwohl sie zuvor bereits zwei schwere Stürme erlebt hatte, traf der Zyklon Amphan Sagarika am härtesten. Trotz ihrer Vorbereitungen auf den Sturm stürzte ihr Haus ein und viele ihrer Besitztümer wurden beschädigt. ShelterBox und unser Partner Habitat for Humanity India konnten Sagarika mit Planen, Seilen und Haushaltsgegenständen helfen. Es gab auch Artikel, die die Familie vor der damals weit verbreiteten Gefahr des Coronavirus schützen sollten. Für die Zukunft wünscht sich Sagarika ein Haus, das selbst den härtesten Wetterbedingungen standhält.

„Ich wünsche mir nur ein besseres und angemessenes Haus. Mehr brauche ich nicht. Wenn das Haus in einem ordentlichen Zustand ist, kann ich hier sicher wohnen. Das ist alles, was ich mir wünsche. Wenn ich ein ordentliches Haus habe, kann ich sicher mit meinen Kindern zusammenbleiben. Ich müsste nicht mitten in der Nacht oder bei Naturkatastrophen evakuiert werden.“ 

4. „Das Wetter hat sich stark verändert.“

Ein Mann sitzt mit zwei Kindern auf dem Boden einer Unterkunft in Pakistan
Mohammed und seine Familie waren von den Überschwemmungen in Pakistan betroffen

Veränderte Wetterverhältnisse aufgrund des Klimawandels verstärken die Schwere von Wetterereignissen wie Überschwemmungen. Im Jahr 2022 überschwemmten Monsunregenfälle große Teile Pakistans.

Mohammed und seine Familie gehörten zu den vielen Haushalten, die durch die Überschwemmungen ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren haben. Mohammed hat die Zunahme extremer Wetterereignisse bemerkt. „Es gab schon 2010 Überschwemmungen, aber sie hatten nicht so gravierende Auswirkungen wie diese Überschwemmungen. Eine große Anzahl von Menschen hat ihre Lebensgrundlage verloren, Vieh und sogar Menschenleben.“

„Das Wetter hat sich stark verändert, manchmal ist es extrem heiß und dann wieder gibt es heftige Regenfälle, die zu Überschwemmungen führen.“

Mohammed konnte mit der finanziellen Unterstützung von ShelterBox und Islamic Relief seine Familie versorgen und seinen kleinen Laden wieder aufbauen. Er macht sich Sorgen um die Zukunft seiner Familie und wie er sie vor der extremen Hitze des kommenden Sommers schützen kann.

„Zuhause ist dort, wo die Familie lebt, und wenn es keine Familie gibt, gibt es auch kein Zuhause.“ 

5. „Es ist zwar keine Zyklonsaison, aber ein Zyklon wird kommen.“

Eine Familie steht vor ihrem Zuhause in Vanuatu
Patrick und seine Familie vor ihrem Zuhause in Vanuatu, eines der wenigen Häuser im Dorf das den Zyklon Harold überstanden hat

Unvorhersehbarere Wetterverhältnisse sind eine der Auswirkungen des Klimawandels. Das hat auch Patrick bemerkt, der auf Vanuatu lebt. Im Jahr 2020 zerstörte der tropische Wirbelsturm Harold seine Lebensgrundlage sowie die Häuser vieler Menschen in seinem Dorf.

Patrick befürchtet, dass Wirbelstürme aufgrund des Klimawandels schwerer vorhersehbar sind. „Man würde denken, dass die Wirbelstürme nur in der Wirbelsturmsaison auftreten, aber jetzt, wo wir über den Klimawandel sprechen, kommen die Wirbelstürme zu Zeiten, in denen man sie nicht erwartet. Es ist nicht die Wirbelsturmsaison, aber ein Wirbelsturm kommt trotzdem.“

Da Patrick sich der Auswirkungen des Klimawandels auf Zyklone bewusst war, hatte er ein stabiles traditionelles Haus gebaut, das diesen schweren Stürmen standhalten sollte. Als der tropische Wirbelsturm Harold zuschlug, diente es 63 Menschen als Zufluchtsort. Sein Haus hat den Sturm zwar überstanden, aber Patricks Kava-Ernte wurde zerstört. Diese war die Haupteinnahmequelle für Patrick und viele andere in seinem Dorf. Da Kava erst fünf Jahre nach der Pflanzung geerntet werden kann, wird der Verlust dieser Ernte erhebliche Auswirkungen auf Patrick und seine Familie haben. Mit den von ShelterBox bereitgestellten Shelter Kits und Werkzeugen konnten die Menschen in Patricks Dorf ihre Häuser reparieren und mit der Neugestaltung ihrer Gärten beginnen.

6. „Die Hitze wird von Tag zu Tag unerträglicher.“

Eine Frau und Kinder sitzen unter einem Baum in Kamerun
Esther und ihre Familie haben im Minawao Lager in Kamerun extreme Hitze erlebt

Für Menschen, die aufgrund von Konflikten vertrieben wurden, kann der Klimawandel dennoch dramatische Auswirkungen auf ihr Leben haben. Esther und ihre Familie flohen vor der Gewalt von Boko Haram in Nigeria und kamen im Lager Minawao in Kamerun an.

Obwohl sie dort vor Gewalt sicher sind, haben die Nahrungsmittelknappheit und der Klimawandel in der Region Auswirkungen auf Esther und ihre Kinder. Sie macht sich Sorgen um die Zukunft.

„Seit meiner Kindheit in Nigeria haben wir je nach Jahreszeit zwei Arten von Klima erlebt; ich muss zugeben, dass es jetzt schwierig ist, die Jahreszeiten zu unterscheiden. Die Hitze wird von Tag zu Tag unerträglicher, sowohl tagsüber als auch nachts. Die Sonne geht um 6 Uhr auf, es fühlt sich an wie Mittag. Das ist ziemlich destabilisierend, denn selbst hier im Lager graben wir überall Löcher in den Sand, um an Wasser zu kommen. Ganz zu schweigen von den Feldern, die aufgrund der Dürre nicht mehr die gleichen Erträge bringen.“

Leider gibt es keine Anzeichen für eine Verbesserung der Bedingungen im Lager. „Die Lebensbedingungen werden von Tag zu Tag schwieriger. Wir trinken viel Wasser, aber es reicht nicht einmal aus; es gibt Tage, an denen keiner von uns duscht, weil es wichtiger ist zu trinken als zu baden. Und Kleidung wird nur sehr selten gewaschen. Die Kinder sind wegen der Hitze krank… Ich hoffe, dass sich die Situation eines Tages ändern wird, denn ich weiß nicht, in welcher Welt meine Kinder und Enkelkinder leben werden, wenn ich nicht mehr da bin.“ 

7. „Hoffnung ist etwas, das man auch unter den schwierigsten Umständen immer aufrechterhalten kann.“

Ein lächelnder Mann sitzt, von Kindern umgeben, vor einem Zelt in Somalia
Die Dürre in Somalia hat Mohamed und seine Familie stark beeinflusst

Die Klimakrise ist eine humanitäre Krise. Menschen verlieren aufgrund des Klimawandels ihre Häuser, ihre Lebensgrundlage und manchmal sogar ihr Leben.

Doch selbst diejenigen, die am stärksten unter dem Klimawandel leiden, haben Hoffnung, dass sich die Lage verbessern kann. Somalia ist von der schweren Dürre in Ostafrika betroffen. Einer der Menschen, denen wir dort geholfen haben, ist Mohamed. Obwohl er aufgrund der Dürre sein Zuhause verloren hat, gibt er die Hoffnung nicht auf.

„Ich bin belastet von den schweren Erinnerungen an die Vergangenheit, von Träumen, die nicht wahr geworden sind, und von der starken Sehnsucht, zu meinem früheren Leben zurückzukehren. Andererseits spüre ich jedes Mal, wenn ich mit meinen Lieben zusammen bin, einen Funken Licht in mir. Das erinnert mich daran, dass man auch unter den schwierigsten Umständen immer Hoffnung haben kann.“ 

 

Helfen Sie uns, Menschen wie Mohamed, die durch die Klimakrise alles verloren haben, Hoffnung zu geben.

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