Komplexe Krise in Niger 2015
Niger war mit fünf großen Krisen konfrontiert und zudem anfällig für grenzüberschreitende Angriffe von Boko Haram. Erfahren Sie, wie wir geholfen haben.
Nur 40 Meilen östlich der nigerianischen Grenze liegt das Lager Minawao – ein staubiges, weitläufiges Flüchtlingslager im äußersten Norden Kameruns.
Offiziell leben dort etwa 75.000 Geflüchtete, aber Familien im Lager sagen, dass die Zahl viel höher ist. Die Familien sind aus Nigeria hierher gekommen, nachdem sie vor Boko Haram geflohen sind.
Sie sind zwar den Angriffen entkommen, aber ihre Angehörigen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt und ihre Lebensgrundlage zerstört.
Wir sind seit 2015 im Lager Minawao tätig. Zelte und andere Hilfsgüter wie Solarlampen, Bodenplanen, Moskitonetze und Hygiene-Sets ermöglichen es den Familien, den Weg zur Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlage zu beschreiten.
Wir haben auch Familien außerhalb des Lagers Unterkunft gewährt, die aufgrund der Gewalt von Boko Haram, klimatischer Veränderungen oder wirtschaftlicher Zwänge aus ihren Häusern vertrieben wurden.
Kamerun grenzt an sechs Ländern: Nigeria, Tschad, der Zentralafrikanischen Republik, Äquatorialguinea, Gabun und der Republik Kongo.
Das Lager Minawao liegt im nördlichsten Teil Kameruns, nahe der Grenze zu Nigeria.
Kamerun ist ein unglaublich vielfältiges Land mit über 200 verschiedenen Sprachen und einer der höchsten Alphabetisierungsraten in Afrika. Als Boko Haram 2009 in Nigeria einen Aufstand anzettelte, war auch Kamerun davon betroffen, da sich Gewalt und Vertreibung über die Grenze ausbreiteten.
Heute ist die Krise noch komplexer geworden, da extreme Armut, Unterentwicklung und Klimawandel zu der Gewalt hinzukommen, die Millionen von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben hat. Millionen Menschen leben in extremer Not und sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben.
Wir konnten bis jetzt schon über 100.000 Menschen in Kamerun unterstützen.
In Zusammenarbeit mit unserem neuen Partner Public Concern stellen wir eine Reihe von Notunterkünften und dauerhaften Unterkünften bereit.
Neu vertriebene Menschen innerhalb und außerhalb des Lagers Minawao werden mit Notzelten und Notunterkünften versorgt. Außerdem stellen wir Haushaltsgegenstände wie Moskitonetze, Schlafmatten, Seife und Küchensets zur Verfügung.
Menschen, die schon länger vertrieben sind, benötigen andere Unterstützung, da sie ihre Unterkünfte zu dauerhafteren Strukturen umbauen möchten.
Um sie dabei zu unterstützen, werden wir ihnen Shelter Kits mit verschiedenen Baumaterialien wie Planen, Holz, Nägeln und Zement zur Verfügung stellen.
Außerdem werden wir Community-Werkzeugsätze liefern, die wiederverwendbare Gegenstände wie Hämmer, Nagelzieher und Ziegelformen enthalten. Diese werden unter den Haushalten aufgeteilt.
Diese Gegenstände können das körperliche und seelische Wohlbefinden dieser Familien verbessern, die bereits so viel durchgemacht haben.
Sehen Sie sich unten ein Update zu unserer Arbeit im Minawao-Lager an.
„Mein Mann und ich waren zu Hause und haben uns um die Kinder gekümmert, als wir plötzlich Schüsse hörten und die Menschen überall wegrannten. Mein Mann sagte uns, wir sollten mit einem Nachbarn mitgehen, dann begannen die Menschen schnell das Dorf zu verlassen, vor allem die Frauen und Kinder, aber ich konnte ihn nicht sehen.“
„Ich hatte Angst, und die Kinder hörten nicht auf zu weinen, während wir rannten. Ich folgte einfach den anderen, ohne zu wissen, wohin wir gingen.“
„Das war das letzte Mal, dass ich meinen Mann gesehen habe.“
„Mein Zuhause gibt mir ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann. In meiner Unterkunft kann ich mich in meiner Privatsphäre erholen und habe das Gefühl, dass wir alle sicher sind. Auch meine Kinder haben etwas Ruhe und Freiheit zurückgewonnen. Sie können spielen und gut schlafen, wann immer sie wollen.“
Die 25-jährige Modu stammt ursprünglich aus Nigeria. Heute lebt sie mit ihren vier Kindern im Minawao-Lager.
Als Boko Haram ihr Dorf zerstörte, floh Modu mit ihren Nachbarn. In dem Chaos verlor sie ihren Mann und hat ihn seitdem nicht mehr gesehen. Sie lebt immer noch in der Hoffnung, ihn eines Tages wiederzusehen.
Wochen nach der Flucht aus ihrer Heimat gelangten Modu und ihre Kinder schließlich ins Minawo-Lager. Die ersten Tage in der Sammelunterkunft waren nicht leicht – Modu konnte nachts nicht schlafen und sie lebten unter unglaublich beengten Verhältnissen.
Modu erhielt ein ShelterBox Zelt sowie ein Küchenset, Moskitonetze und andere wichtige Dinge.
„Das Leben ist jetzt so viel besser geworden. Ich vermisse meinen Mann immer noch, aber ich bin sehr erleichtert. Endlich haben wir etwas Privatsphäre in unserem eigenen Zuhause.“