Das Horn von Afrika befindet sich derzeit in der wohl schlimmsten humanitären Lage weltweit. Dennoch findet dies in den Medien kaum Beachtung.
Am Horn von Afrika herrscht die schlimmste Dürre seit mehr als vierzig Jahren. Nach vier ausgefallenen Regenzeiten in Teilen Äthiopiens, Kenias, Eritreas, Dschibutis und Somalias sind über 20 Millionen Menschen maßgeblich betroffen. Die Bedingungen sind bereits deutlich schlechter als während der Hungersnot von 2011, bei der allein in Somalia über 250.000 Menschen, vor allem Kinder, ums Leben kamen (UN).
Alle 48 Sekunden stirbt in dieser Region ein Mensch an Hunger. Die Ernten fallen aus, ganze Viehherden sind verendet, und die Lage verschlechtert sich rapide. Hinzu kommt eine extreme Wasserknappheit, die das Risiko für durch Wasser übertragene Krankheiten erhöht und die Menschen dazu zwingt, Trinkwasser Vorrang vor Wasser für Hygiene und Kochen zu geben.
Wo liegt das Horn von Afrika?
Das Horn von Afrika ist die östlichste Halbinsel des afrikanischen Kontinents.
Der Name leitet sich vom hornförmigen Aussehen der Region ab. Zum Horn von Afrika gehören Somalia, Eritrea, Dschibuti, Äthiopien, Kenia, der Sudan und der Südsudan.
Auf der Halbinsel leben rund 115 Millionen Menschen, die etwa 130 Sprachen sprechen.
Wussten Sie?
Nach vier ausgefallenen Regenzeiten droht den Menschen der Hungertod

Alle 48 Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger

Über eine Million Menschen sind auf der verzweifelten Suche nach Nahrung und Wasser unterwegs
Neben den Ernteausfällen aufgrund der Dürre wird der Hunger durch steigende Lebensmittelpreise und den Stopp der Getreideexporte aus der Ukraine und Russland noch verschärft. Allein Somalia importiert 92 % seines Getreides aus Russland und der Ukraine. Als die Lieferkette unterbrochen wurde, hatte dies daher schwerwiegende Folgen für die Menschen, die ohnehin schon unter akutem Hunger litten.
Besonders prekär ist die Lage von Frauen und Mädchen in dieser Krise. Es gibt immer mehr Fälle, in denen junge Mädchen verheiratet werden, um ihren Familien das dringend benötigte Einkommen zum Überleben zu sichern (ReliefWeb). Familien, die lange Wege zurücklegen, um Nahrung und Wasser zu finden, oder Frauen und Mädchen, die weite Strecken zurücklegen, um Wasser zu holen, sind einem höheren Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt.
Die sich verstärkenden Auswirkungen von Dürre, gestiegenen Lebensmittelpreisen, blockierten Getreideexporten, regionalen Konflikten und einer schweren Heuschreckenplage haben Millionen von Menschen in eine unglaublich prekäre Lage gebracht. Die Welt muss jetzt handeln, um weitere Verwüstungen zu verhindern.
Warum ist Obdach bei einer Dürre entscheidend?
Da die Ernten weiterhin ausbleiben und die internationalen Preise steigen, mussten Familien in ganz Ostafrika ihre Grundstücke verkaufen, um sich mit dem Nötigsten versorgen zu können. Tausende andere wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, um auf die Suche nach Nahrung und Wasser zu gehen, da ihre Viehherden verenden.
Demnach hat die anhaltende Dürre nicht nur einen dringenden Bedarf an Nahrungsmitteln und Wasser verursacht, sondern auch einen enormen Bedarf an Notunterkünften. Allein in Somalia benötigen über 800.000 Menschen dringend eine Unterkunft.
Die Bereitstellung von Unterkünften trägt dazu bei, die Widerstandsfähigkeit bereits gefährdeter Menschen gegenüber Krankheiten und Gesundheitsproblemen zu verbessern. Sie kann auch den Zugang zu anderen Formen der Hilfsgüterverteilung erleichtern und sorgt für etwas Stabilität und Sicherheit inmitten sehr schwieriger und potenziell gefährlicher Bedingungen.
Wie hilft ShelterBox?
ShelterBox hat umfangreiche Erfahrung mit Dürren. Wir sind derzeit in Äthiopien im Einsatz, waren in der Vergangenheit aber auch in Somililand aktiv. Allein in 2018 konnte ShelterBox 22.000 Menschen mit Obdach und anderen Hilfsgütern versorgen.
Derzeit bietet ShelterBox in der somalischen Region Äthiopiens 13.000 von der Dürre betroffenen Menschen humanitäre Hilfe. Unsere Hilfsgüter umfassen Planen, Seile und andere essenzielle Gegenstände. Diese ermöglichen es den Menschen, sich Notunterkünfte zu bauen und sich so vor Wind und Wetter zu schützen. Außerdem ermöglicht es den Personen, die von ihrem Zuhause vertrieben wurden einen privaten Raum, in dem sie mit ihrer Familie sein können und der zumindest übergangsweise ein Zuhause sein kann.
Wir verfolgen außerdem die Lage in Somalia, um zu sehen ob unsere Unterstützung auch hier benötigt werden könnte.