Schwere Überschwemmungen haben Libyen heimgesucht, insbesondere die Stadt Derna, nachdem dort Dämme gebrochen sind. Tausende Menschen haben ihr Leben verloren. Andere haben durch die Überschwemmungen ihr gesamtes Hab und Gut verloren.
Erfahren Sie unten mehr über die Überschwemmungen in Libyen und wie ShelterBox hilft.
Was passiert in Libyen?
Am Sonntag, dem 10. September, traf ein schwerer Sturm auf die Nordostküste Libyens. Der Sturm Daniel brachte innerhalb von 24 Stunden über 400 mm Regen in einer Region, in der im gesamten September normalerweise nur 1,5 mm Regen fallen. Die Niederschläge führten zum Bruch von zwei Dämmen am normalerweise trockenen Flussbett des Wadi Derna. Dadurch wurde eine Flutwelle durch die Stadt Derna ausgelöst, die ganze Stadtteile wegspülte.
Tausende Menschen sind bei den Überschwemmungen ums Leben gekommen, Tausende weitere werden noch vermisst. Die IFRC schätzt, dass über 40.000 Menschen im Nordosten Libyens vertrieben wurden.
Menschen, deren Häuser zerstört oder beschädigt wurden, fanden gemeinsam in Schulgebäuden Zuflucht. Viele ziehen nun zu Gastfamilien oder in andere Gemeinschaftsunterkünfte.
In Libyen hat nun die Regenzeit begonnen, und der Winter steht vor der Tür. Die Temperaturen in Derna können im Winter auf bis zu 1 °C fallen, was für Menschen ohne angemessene Unterkunft ein zusätzliches Risiko für ihr Leben darstellt.
Wo liegt Libyen?
Libyen liegt im Norden Afrikas.
Im Norden grenzt das Land am Mittelmeer, im Osten and Ägypten und den Sudan. Die südliche Grenze wird mit Tschad und Niger geteilt und die westliche mit Algerien und Tunesien.
Ein großer Teil Libyens ist von Wüstengebieten bedeckt. Städte und Ortschaften an der Nordküste erleben ein eher mediterranes Klima.
Schwere Überschwemmungen, wie die, die der Sturm Daniel verursacht hat, sind in Libyen sehr selten. Dennoch vermuten Wissenschaftler:innen, dass solche Stüre durch den Klimawandel häufiger werden.
War ShelterBox in Libyen bereits aktiv?
ShelterBox war bereits zuvor in Libyen im Einsatz. Im Jahr 2011 haben wir gemeinsam mit der Agentur für technische Zusammenarbeit und Entwicklung (ACTED) und der Libyschen Gesellschaft des Roten Halbmonds für Menschen geleistet, die von den Unruhen betroffen waren.
Auch bei unseren aktuellen Hilfsmaßnahmen in diesem Land werden wir wieder mit Partnern zusammenarbeiten.
ShelterBox verfügt über umfangreiche Erfahrung mit der Bewältigung schwerer Überschwemmungen auf der ganzen Welt, zuletzt in Pakistan (2022), Indien (2020), Paraguay (2019) und Kenia (2018).
Wie hilft ShelterBox?
ShelterBox arbeitet mit unserem Partner ACTED in Libyen zusammen. Gemeinsam unterstützen wir die Menschen in Derna – dem Gebiet, das am stärksten von den Überschwemmungen betroffen ist. Wir helfen Gemeinden, die durch das Hochwasser ihre Häuser und Habseligkeiten verloren haben, wobei wir uns auf Dinge konzentrieren, die den Menschen helfen, sich warm zu halten.
Da der Zugang zu Libyen für Menschen aus dem Ausland schwierig ist, haben wir gemeinsam mit ACTED einen Plan ausgearbeitet und stellen ihnen für diese Hilfsmaßnahmen eine Finanzhilfe zur Verfügung. Mit dieser Finanzhilfe hat ACTED, das bereits vor den Überschwemmungen in Derna tätig war, vor Ort Hilfsgüter beschafft und an die Menschen verteilt, die sie am dringendsten benötigen.
Wir haben Winterkleidung, Thermodecken und Heizgeräte bereitgestellt, damit die Menschen sich und ihre Familien vor der Kälte schützen können. Mit Küchensets, Kochgeschirr und Besteck können die Menschen Wasser erhitzen und Essen zubereiten, um sich warm zu halten. Außerdem haben wir grundlegende, aber wichtige Dinge wie Zahnbürsten, Damenbinden und Seife bereitgestellt. Die Verteilung der Hilfsgüter ist nun abgeschlossen.
Überschwemmungen in Libyen – ein Überblick
Die nordöstliche Küste Libyens war von sehr starken Niederschlägen betroffen. Das führte in vielen Städten und Communitys in der Region zu Sturzfluten.
Die Stadt Derna wurde besonders schwer getroffen, da der Niederschlagg zum Bruch zweier Dämme führte. Somit wurde die Stadt von einer Wassermasse geschluckt, die in ihrer Plötzlichkeit und Stärke mit einem Tsunami vergleichbar war.
Der Sturm Daniel erreichte Libyen am 10. September 2023. Die schweren Niederschläge führten in derselben Nacht zum Einsturz zweier Dämme in Derna.
Aufgrund der umfangreichen Schäden an der Infrastruktur, ist noch unklar, was das Ausmaß der Zerstörung und Todesfälle ist.
Die Überschwemmungen wurden durch den Sturm Daniel verursacht. Dabei handelte es sich um einen sogenannten „Medicane“ – einen schweren Sturm im Mittelmeerraum, vergleichbar mit einem Hurrikan. Der Sturm Daniel entstand in Griechenland und verursachte dort am 5. und 6. September Rekordniederschläge. Anschließend zog er weiter nach Süden in Richtung Libyen.
Der Sturm brachte innerhalb von 24 Stunden über 400 mm Regen über den Nordosten Libyens. Das ist mehr als 200 Mal so viel Regen, wie in dieser Region normalerweise im gesamten September fällt. Der Regen verursachte Sturzfluten und Schlammlawinen.
Communitys entlang der Nordostküste Libyens sind von Überschwemmungen und Schlammlawinen betroffen. Die Stadt Derna wurde besonders schwer getroffen, da die Regenfälle zwei Dämme in einem normalerweise trockenen Flussbett durch die Stadt zum Brechen brachten.
Dadurch wurde eine Flutwelle ausgelöst, die weite Teile der Stadt überschwemmte. Augenzeug:innen beschrieben das Wasser als tsunamiartig. Es wurden schätzungsweise Millionen Tonnen Wasser freigesetzt. Die Flutwelle riss Menschen, Fahrzeuge und Gebäude mit sich.
Das Ausmaß der Schäden wird erst nach und nach sichtbar, da auch viel Infrastruktur durch die Überschwemmungen beschädigt wurde. Tausende Menschen sind ums Leben gekommen. Viele weitere werden noch vermisst. Es gibt Bedenken hinsichtlich der Wasserversorgung, da sich noch Leichen im Wasser befinden.
Neben den erschütternden Verlusten an Menschenleben schätzt die IFRC, dass über 40.000 Menschen ihr Zuhause verloren haben. Ihnen fehlen daher grundlegende Dinge wie Nahrung, sauberes Wasser, Medikamente und Unterkünfte.
Der Sturm Daniel kann nicht direkt mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden. Viele Wissenschaftler:innen sind jedoch der Meinung, dass die Klimakrise solche schweren Stürme wahrscheinlicher macht.
Daher ist es möglich, dass wir mit der fortschreitenden Erwärmung unseres Planeten mehr verheerende Stürme erleben werden. Mehr über den Zusammenhang zwischen Katastrophen und Klimawandel erfahren Sie hier.
Extremwetterereignisse wie der Sturm Daniel sind Teil unseres Klimas. Dennoch sind es die Entscheidungen von Menschen, die entscheiden, ob ein solches Ereignis in einer Katastrophe ausartet.
Im Falle Libyens weisen einige auf die politischen Unruhen im Land als einen Faktor für das Ausmaß der Verwüstungen durch die Überschwemmungen hin. Seit dem Sturz des Regimes von Oberst Gaddafi im Jahr 2011 ist das Land in zwei rivalisierende Regierungen gespalten. Es kommt immer wieder zu Kämpfen zwischen Milizen. Infolgedessen lag der Schwerpunkt nicht auf der Instandhaltung der Infrastruktur.
Die verheerenden Überschwemmungen in Libyen sind ein weiteres Beispiel dafür, dass Katastrophen nicht natürlich sind. Erfahren Sie hier mehr darüber.
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