
Katastrophen erklärt: Überschwemmungen
Überschwemmungen gehören zu den häufigsten und verheerendsten Katastrophen. Erfahren Sie mehr darüber, warum sie auftreten und ihre Auswirkungen.
Durch Erdrutsche sterben jedes Jahr Tausende von Menschen auf der ganzen Welt.
Diese Ereignisse können ganze Dörfer unter sich begraben, Existenzen vernichten und Häuser zerstören. Sie treten oft plötzlich und ohne Vorwarnung auf.
Doch was sind die Ursachen für Erdrutsche? Und stehen sie im Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten oder dem Klimawandel? Erfahren Sie mehr auf dieser Seite.

Ein Erdrutsch beschreibt die Bewegung einer Masse aus Gestein, Geröll oder Erde, meist einen Hang hinunter. Sie treten auf, wenn die Kräfte, die auf die Erde oder das Gestein einwirken (typischerweise die Schwerkraft), die Kräfte übersteigen, die das Material am Hang halten.
Es gibt verschiedene Arten von Erdrutschen. Die Differenzierung basiert auf der Art des Materials und wie es sich bewegt. Stürze und Umstürze beziehen sich auf große Felsbrocken oder Steine, die von einem Hügel oder Berggipfel herunterfallen. Ausbreitungs- oder Fließerdrutsche können auftreten, wenn sich Material seitwärts bewegt und sich dabei ausbreiten kann. Fließerdrutsche treten in der Regel auf, wenn Erde, die auf einem Hang liegt, auf irgendeine Weise verflüssigt wird. Eine häufige Form davon ist ein Schlammlawine. Sie kann auch nach Erdbeben auftreten. Oftmals handelt es sich bei Erdrutschen um eine Mischung aus verschiedenen Arten von Erdrutschen, die eine Mischung aus Gestein, Geröll und Erde enthalten.
Einige Erdrutsche können sehr langsam verlaufen. Diese verursachen selten Todesfälle, können aber dennoch Schäden anrichten. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sie durch Ereignisse wie schlechtes Wetter zu einem plötzlichen Erdrutsch werden. Erdrutsche, die ohne Vorwarnung plötzlich auftreten, sind am gefährlichsten: Die Menschen haben dann keine Zeit mehr, zu fliehen oder ihre Gebäude und Habseligkeiten zu schützen.
Erdrutsche können durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden. Beispielsweise können sich Brüche tief im Gestein zu Erdrutschen entwickeln. Auch die Erosion am Fuß von Hängen erhöht die Wahrscheinlichkeit von Erdrutschen. Dies kann auf natürliche Weise geschehen, etwa wenn die Bewegung von Ozeanen oder Flüssen das Gestein erodiert. Erosion kann aber auch durch den Menschen verursacht werden, z. B. durch Bauarbeiten oder den Bau von Straßen.
Erdrutsche können auch durch Unwetter, insbesondere Stürme und Überschwemmungen, verursacht werden. Der plötzliche Druck des den Hang hinunterfließenden Wassers kann Erde und Geröll mit sich reißen. Schmelzender Schneefall, der einen Hang hinunterläuft, kann eine ähnliche Wirkung haben. Wasser ist wahrscheinlich die häufigste Ursache für Erdrutsche auf der ganzen Welt.
Andersherum kann auch Trockenheit Erdrutsche verursachen. Wenn der Boden und die Erde austrocknen, werden sie lockerer und können daher eher vom Hang abrutschen. Dürren können auch die Vegetation abtöten, und die Wurzeln von Bäumen und Pflanzen können dazu beitragen, den Boden an den Hängen zu halten. Ohne sie ist die Wahrscheinlichkeit von Erdrutschen größer. Außerdem können Dürreperioden zu Hitzewellen führen, die Waldbrände wahrscheinlicher machen. Auch diese können die Vegetation zerstören und zu Erdrutschen führen. Eine weitere Ursache für den Verlust von Vegetation ist die Abholzung von Wäldern, die ähnliche Folgen haben kann.
Neben dem Wetter können auch seismische Ereignisse Erdrutsche verursachen. Erdbeben können durch ihre Wucht Felsen und Boden erschüttern und so einen Erdrutsch auslösen. Sie können auch die Erde verflüssigen, was eine Schlammlawine wahrscheinlicher macht. Vulkane können durch die Wucht ihrer Eruptionen eine große Menge an Schutt die Hänge hinunterdrücken und Felsen und Erde losrütteln.

Erdrutsche können durch viele Ursachen ausgelöst werden. Einige sind auf natürliche Ereignisse zurückzuführen – Küstenerosion, Erdbeben und Vulkane. Stürme, Überschwemmungen und Dürren sind auch ein natürlicher Bestandteil des Klimas der Erde.
Die Wissenschaft geht jedoch davon aus, dass die Klimakrise die Stärke der Wetterereignisse erhöht. Schwere Stürme, die zu Überschwemmungen führen, treten immer häufiger auf und steigende Temperaturen könnten zu mehr Dürreperioden führen. Dadurch werden Erdrutsche wahrscheinlicher.
Auch der Mensch kann durch Abholzung und Bauarbeiten an instabilen Hängen Erdrutsche verursachen. Das stetige Bevölkerungswachstum und entsprechender Bedarf nach Ressourcen und Infrastruktur bedeutet, dass immer mehr Menschen in erdrutschgefährdeten Gebieten leben müssen. Und mangelnde Investitionen können dazu führen, dass die dort lebenden Menschen keine Möglichkeit haben, sich auf Erdrutsche vorzubereiten und ihnen vorzubeugen.

Erdrutsche können verheerende Folgen haben. Bei dem Erdrutsch in Papa-Neuguinea im Mai 2024 sollen etwa 2.000 Menschen ums Leben gekommen sein und 150 Häuser zerstört worden sein. Man geht davon aus, dass dieser Erdrutsch durch wochenlange heftige Regenfälle ausgelöst wurde, die den Hang eines Berges schwächten.
Der größte Erdrutsch an Land wurde 1980 am Mount St. Helens in den USA als Folge seismischer Aktivitäten rund um den Vulkan verzeichnet. Dieser Erdrutsch bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 112-240 km/h und hatte eine durchschnittliche Tiefe von 46 m. Er hinterließ einen beträchtlichen Krater in der Seite des Mount St. Helens und ist eine Erinnerung an einige der Gefahren für Menschen, die an den Hängen oder am Fuße von Vulkanen leben.
Erdrutsche sind ein häufiges Phänomen und könnten noch wahrscheinlicher werden. Dies gefährdet die Menschen, die am Fuße von Hängen leben, insbesondere von Bergen, Vulkanen, steilen Hügeln oder in Schluchten. Jedes Jahr kommen Tausende von Menschen durch Erdrutsche ums Leben, und viele Häuser werden zerstört. Selbst Familien, die Erdrutschen entkommen, könnten also ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage unter meterhohen Trümmern begraben finden.
Einige Erdrutsche können auch unter Wasser auftreten, insbesondere nach Erdbeben. Wenn dies in den Ozeanen geschieht, kann es Tsunamis auslösen. Diese stellen eine Bedrohung für alle Küstengemeinden in der Nähe dar.
Wir haben bereits in der Vergangenheit auf Erdrutsche reagiert, insbesondere in Verbindung mit Überschwemmungen. So etwa 2014 in Nepal, 2016 in Sri Lanka, 2017 in Peru und 2018 in Bolivien. Auch auf den Philippinen haben wir Gemeinden unterstützt, nachdem Zyklone oder tropische Stürme Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst hatten.
Erdrutsche sind weit verbreitet. Sie können überall auf der Welt auftreten. Es werden schätzungsweise 400.000 Erdrutsche jedes Jahr durch starke Regenfälle ausgelöst. Weitere 130.000 werden durch Erdbeben verursacht. Erdrutsche töten jedes Jahr Tausende von Menschen und verursachen Schäden in Milliardenhöhe.
Eine Schlammlawine, oder auch ein Murgang, ist eine Art von Erdrutsch, bei dem ein Strom aus Schlamm und Geröll schnell hangabwärts fließt. Murgänge entstehen, wenn sich lose Erde und Schutt mit Wasser zu Schlamm vermischen. Sie werden in der Regel durch eine große Menge Wasser ausgelöst, die in kurzer Zeit auf den Boden trifft. Dies geschieht häufig durch starke Regenfälle, kann aber auch durch schnell schmelzenden Schnee geschehen. Schlammlawinen können manchmal auch durch seismische Ereignisse wie Erdbeben ausgelöst werden.
Manchmal wird umgangssprachlich von „Felslawinen“ gesprochen, einer Art von Erdrutschen. Der Begriff Lawine wird jedoch normalerweise für die Bewegung von Schnee und nicht von Fels oder Erde verwendet. Lawinen sind zwar keine Erdrutsche, aber sie können genauso gefährlich sein. Hier erfahren Sie mehr über sie.