FAQs

Kann man Erdbeben vorhersagen?

Die kurze Antwort lautet: Nein, derzeit nicht. Heutzutage wird versucht, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, mit der es innerhalb eines bestimmten Zeitraums, in der Regel mehrerer Jahre, zu einem schweren Erdbeben in einem bestimmten Gebiet kommen wird. In Zukunft könnte dies möglich sein. (Quelle: USGS)

Wo treten Erdbeben auf?

Diese Katastrophen können überall auf der Welt auftreten. Es gibt jedoch drei Regionen, in denen die seismische Aktivität weitaus intensiver ist als in anderen:

1. Der pazifische Feuerring oder der „Ring of Fire“. Er verläuft entlang des Pazifischen Ozeans, wo etwa 81 % der stärksten Erdbeben unseres Planeten auftreten.

2. Der Alpidegürtel. Er erstreckt sich von Java über Sumatra durch den Himalaya, das Mittelmeer und bis in den Atlantik.

3. Der mittlere Atlantikkamm. Der größte Teil des mittleren Atlantikkamms liegt tief unter Wasser. Aber Island, das direkt über dem mittelatlantischen Rücken liegt, hat Erdbeben mit einer Stärke von mindestens 6,9 erlebt.

(Quelle: USGS)

Wie misst man die Stärke eines Erdbebens?

Um die Stärke (Magnitude) eines Erdbebens zu messen, wird in der Wissenschaft die Richterskala verwendet. 

Charles F. Richter entwickelte die Skala im Jahr 1935. Eines der stärksten Erdbeben war das Beben der Stärke 7,0 in Haiti im Jahr 2010.

Erfahren Sie, wie wir in Haiti geholfen haben.

Was sind die stärksten jemals gemessenen Erdbeben?

Laut USGS (United States Geological Survey) sind dies die vier stärksten jemals registrierten Erdbeben:

  • Bio-Bio, Chile, 1960. Es handelte sich um ein Beben der Stärke 9,5.
  • Im Süden Alaskas gab es 1962 ein Beben der Stärke 9,2.
  • 2004 kam es vor der Westküste Nord-Sumatras zu einem Beben der Stärke 9,1. Kurz darauf folgte der tödliche Tsunami im Indischen Ozean von 2004. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Rotary-Partnern in Indonesien und Sri Lanka versorgten wir Tausende von Familien mit Hilfsgütern und lebensnotwendigen Artikeln.
  • Erdbeben der Stärke 9,1 Tohoku-Erdbeben, Japan, 2011. In Zusammenarbeit mit Rotary stellten wir Notunterkünfte sowie Winterhandschuhe, Schals und Mützen bereit, um den Menschen zu helfen, die eisigen Temperaturen zu überstehen.
2 people on a motorcycle pass by a tilted, destroyed building in Nepal after the 2015 earthquake
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In Kathmandu, Nepal, two people on a motorcycle pass by a destroyed building, after the 2015 earthquake. Image: Emily Whitfield-Wicks
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Was ist ein Erdbeben und wie entsteht es?

Um zu verstehen, was ein seismisches Ereignis verursacht, ist es wichtig zu wissen, was tektonische Platten sind und wie sie funktionieren.

Die Oberfläche der Erde besteht aus sich langsam aber stetig bewegenden tektonischen Platten. Dort wo diese Platten aneinandergrenzen, reiben sie aneinander, wodurch große Spannungen entstehen. Wenn die Platten dem Druck nicht mehr standhalten können, entlädt sich die Spannung mit einem Ruck. Dadurch wird Energie in Form von Wellen freigesetzt, die sich durch die Erdkruste ausbreiten und für uns spürbare Erschütterungen verursachen. Erdbeben finden dementsprechend am häufigsten in der Nähe von Plattengrenzen statt.

Den Punkt unter der Erde, an dem sich die Kraft aufbaut, bezeichnen wir als Herd. Je nach Stärke der Kraft variiert auch das Ausmaß der Erdbeben. Deshalb sind einige Erdbeben viel zerstörerischer als andere.

Ein Erdbeben kann sekundäre Gefahren oder Katastrophen auslösen, die manchmal weitaus größeren Schaden anrichten. Dazu gehören Erdrutsche, Tsunamis und Überschwemmungen.

Welche Auswirkungen hat ein Erdbeben?

Ein Erdbeben kann für einen Menschen ein beängstigendes und traumatisches Erlebnis sein. Hier sind einige der Auswirkungen, die eine solche Katastrophe haben kann.

Nachbeben

Nachbeben sind kleinere Erdbeben, die nach dem stärksten Beben einer Erdbebenserie auftreten. Sie können über einen Zeitraum von Wochen, Monaten oder Jahren andauern. Die stärksten Hauptbeben verursachen weitere größere, längere und viel zahlreichere Nachbeben.

Verflüssigung

Verflüssigung ist ein physikalischer Prozess, der zu Bodenversagen führen kann. Dabei verlieren tonfreie Bodenablagerungen wie Sand und Schluff vorübergehend ihre „festen” Eigenschaften. Sie verhalten sich dann eher wie dickflüssige Flüssigkeiten als wie Feststoffe. Der Effekt ist sehr ähnlich wie wenn man mit den Zehen im Sand nahe am Wasser wackelt.

Tsunamis

Ein Tsunami ist eine Reihe von Riesenwellen, die durch Erdbeben oder
Unterwasser-Vulkanausbrüche verursacht werden.

Er schickt eine Flutwelle an Land, die oft eine Höhe von über 30 Metern
erreicht. Obwohl Tsunami-Wellen in den Tiefen des Ozeans keine großen Höhen
erreichen, gewinnen sie an Energie und Höhe, sobald sie in flachere Gewässer
gelangen.

Tsunami-Wellen können mit einer Geschwindigkeit von 500 Meilen pro
Stunde über das Meer rasen.
Die Tiefe des Ozeans bestimmt die
Geschwindigkeit – in tiefen Gewässern bewegen sie sich so schnell wie ein Düsenflugzeug und werden langsamer, wenn sie flache Gewässer erreichen.

Erdrutsche

Ein Erdrutsch ist die Bewegung einer Masse aus Gestein, Geröll oder Erde einen
Hang hinunter.

Wie hilft ShelterBox?

Wir haben schon oft auf schwere Erdbeben und Tsunamis reagiert. Hier einige Beispiele:

  • Gujarat, Indien, 2001
  • Tsunami im Indischen Ozean, 2004, Unterstützung von Familien in Indonesien
  • Haiti, 2010.
  • Erdbeben und Tsunami in Tohoku, Japan, 2011
  • Nepal, 2015.
  • Erdbeben und Tsunami in Lombok und Sulawesi, Indonesien, 2018
  • Mindanao, Philippinen, 2019
  • Haiti, 2021

Derzeit unterstützen wir Menschen, die von den Erdbeben im Februar 2023 in der Türkei und Syrien betroffen sind.

Außerdem entsenden wir ein Bewertungsteam nach Marokko, wo es kürzlich zu Erdbeben gekommen ist, um herauszufinden, welche Hilfe benötigt wird und ob wir in der Lage sind, zu helfen.

Porträt eines pakistanischen Mannes, der vor einem Notfallzelt steht
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Als schwere Überschwemmungen im Norden und Süden Pakistans Verwüstungen anrichteten, verlor Abdul, Vater von vier Kindern, sein Zuhause und seine Existenzgrundlage. Nachdem sie ein ShelterBox-Zelt erhalten hatten, erzählten uns Abdul und seine Familie, dass sie froh seien, wieder ein Dach über dem Kopf zu haben.
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