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Wie der Klimawandel Menschen durch Katastrophen beeinflusst

Der Klimawandel schreitet so schnell fort, wie nie zuvor. Erfahren Sie, wie das Familien beeinflusst.

6 February 2020

Eine Frau baut eine Unterkunft in Kenia

Der Klimawandel stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Menschheit dar. Dieser Bedrohung muss mit sofortigem internationalen Handeln begegnet werden.

Das globale Klima ändert sich in einer beispiellosen Geschwindigkeit und das hat einen starken Einfluss auf unsere Umwelt.

Steigende Meeresspiegel aufgrund von schrumpfenden Gletschern und schmelzendem Meereis erhöhen das Risiko für verheerende Überschwemmungen. Außerdem verschieben sich globale Wettermuster und -verhältnisse, die einerseits die Nahrungsmittelproduktion bedrohen und andererseits dazu führen, dass Extremwetterereignisse intensiver und zerstörerischer werden.

Lebensnotwendige soziale Infrastrukturen, wie Wasserressourcen, Energie, Transport, Landwirtschaft und die menschliche Gesundheit, sind auch in Gefahr. Lokale Ökosysteme und die entsprechende Flora und Fauna sind ebenfalls bedroht.

Die Klimakrise ist eine humanitäre Krise.

Das sehen wir jedes Mal, wenn wir mit Communitys arbeiten, die ihr Zuhause, Lebensgrundlage oder Angehörigen durch Hurrikane, Tropenstürme, Überschwemmungen und Dürren verloren haben.

 

Von Hand gebaute Zuhause

Extremwetterereignisse kommen häufiger in Ländern vor, in denen viele Menschen in Armut leben. Jede neue Katastrophe verschlimmert die Lage.

Wir arbeiten mit Menschen, die an Orten wohnen, in denen Häuser häufig aus Holz und anderen lokal gefundenen Materialien gebaut werden. Wie zum Beispiel in Malawi. Hier sind viele Häuser von Hand gebaut, mit traditionellen Methoden, die über die Generationen weitergereicht werden. Sie sind jedoch nicht dafür konzipiert, der zunehmend intensiven Tropenstürme und Hurrikane standzuhalten.

Als der Zyklon Idai im März 2019 auf Malawi traf, sahen viele ihr Zuhause von den verheerenden Überschwemmungen weggeschwemmt werden. Stephano erzählte uns:

„Am Tag der Überschwemmung begann es um 17 Uhr zu regnen, doch die Flut, die zum Einsturz der Häuser führte, setzte erst um 23 Uhr ein. Mitten in der Nacht waren alle Häuser eingestürzt. Unser Vieh wurde vom Wasser mitgerissen. Die Krokodile waren ganz in unserer Nähe und griffen die Kühe an.“

 

 

Vulnerable Lagen

Wir unterstützen Menschen, die in Gebieten leben, deren geographische Lage sie besonders anfällig für extreme Wetterereignisse macht und nicht ausreichend gerüstet sind, um den sich verschlechternden Bedingungen standzuhalten – so wie die Familien, denen wir auf den Philippinen geholfen haben.

Warum wohnen Menschen in Gebieten, von denen sie wissen, dass sie dann Hurrikanen, Überschwemmungen und sogar Vulkanausbrüchen ausgesetzt sind?

Oftmals gibt es hierfür soziale und kulturelle Gründe – es sind Orte, an denen Menschen schon immer gelebt haben. Manchmal überwiegen die Vorteile die Risiken. Der Boden rundum Vulkane ist beispielsweise, unter anderem wegen der vulkanischen Asche, sehr fruchtbar und entsprechend gut landwirtschaftlich nutzbar.

Wenn es um tief liegende Küstengebiete und städtische Gebiete geht, die einem höheren Risiko durch Hurrikane und Überschwemmungen ausgesetzt sind, liegt das oft daran, dass es dort billiger ist. Menschen, die es sich nicht leisten können, in sichereren Gegenden zu wohnen, bauen sich dort ein Zuhause, wo sie Katastrophen stärker ausgesetzt sind, weil es der einzige Ort ist, den sie sich leisten können.

Wir waren vor Kurzem im Austausch mit Communitys in Asuncion, Paraguay. Sie waren 2019 von starken Überschwemmungen betroffen und Cecilio hat uns von seinen Erfahrungen erzählt.

 

 

Verlust von Ressourcen

Auch klar sichtbar ist, wie der Klimawandel die Verfügbarkeit von natürlichen Ressourcen einschränkt, was Communitys vulnerabler gegenüber extremistischer Gruppen macht.

Das kann zu komplexen Konflikten beitragen, wie beispielsweise im Tschadseebecken, das sich ehemals über Nigeria, Kamerun, Niger und Tschad erstreckte. Historisch gesehen war die gesamte Region um das Tschadseebecken herum abhängig vom See, seinem Fischbestand und den fruchtbaren Böden um ihn herum. Seit den 1960er Jahren ist der See jedoch um 90 % geschrumpft, was das Gebiet in eine Wüste verwandelt hat.

Diese Entwicklung ist aus einer Mischung von Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Übernutzung und Bewässerung entstanden. In einem der heißesten Gebiete weltweit ist es demnach nicht mehr möglich, vom Land oder See zu leben, was zum Aufstieg von Boko Haram in der Region beigetragen hat.

 

Erfahren Sie mehr darüber, wie der Klimawandel Katastrophen beeinflusst und wie wir unseren Beitrag zur Klimakrise möglichst gering halten.