Fakten und Zahlen zum Erdbeben in Haiti
Im Jahr 2010 erlebte Haiti die verheerendste Katastrophe seiner Geschichte.
Schätzungen zufolge waren über 3 Millionen Menschen von dem Beben in Haiti – dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre – betroffen.

Wichtigste Fakten
Was ist passiert?
Am 12. Januar 2010 erschütterte ein starkes Erdbeben etwa 24 Kilometer südwestlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince und brachte Chaos und Zerstörung.
Auf das erste Beben der Stärke 7,0 folgten schnell Nachbeben der Stärke 5,9 und 5,5. Die Nachbeben erschütterten das Gebiet auch in den folgenden Wochen.
Die Verwüstung hatte ein bis dahin unvorstellbares Ausmaß: Häuser wurden in Schutt und Asche gelegt, Familien wurden getrennt, die Lebensgrundlagen wurden vollständig zerstört.
Katastrophen erklärt
Wo liegt Haiti?
Haiti liegt an der Westseite von Hispaniola, einer Insel im Karibischen Meer. Der Rest von Hispaniola bildet die Dominikanische Republik.
Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. 53,7 % der Bevölkerung sind in mindestens drei der im UN-Index für menschliche Entwicklung aufgeführten Armutsmerkmale benachteiligt.
In der Hauptstadt des Landes, Port-au-Prince, leben mehr als eine Million Menschen, und die Arbeitslosigkeit ist hoch.
Schätzungen zufolge sind etwa 40 % der Gesamtbevölkerung arbeitslos. (Quelle: CNN).
Für Familien, die sich bereits in einer unvorstellbaren Situation befanden, war das verheerende Erdbeben eine weitere Bedrohung ihrer Existenz.
Wer war betroffen?
Das Erdbeben in Haiti hat Millionen von Menschen getroffen, die ohnehin zu den am meisten benachteiligten Menschen der Welt gehören.
- 250.000 Menschen kamen ums Leben.
- 5 Millionen Menschen mussten mit ansehen, wie ihre Häuser in Trümmer fallen.
- 3.500.000 Menschen waren betroffen. Davon wurden über eine Million unmittelbar danach obdachlos.
- 1,5 Millionen Menschen waren gezwungen, in behelfsmäßigen Lagern zu leben, da die Regenzeit nur noch wenige Wochen entfernt war.
- 4.000 Schulen wurden beschädigt oder zerstört, und der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen war stark beeinträchtigt.
- Dies führte zu einem schwerwiegenden Ausbruch der Cholera, von der über 6 % der Bevölkerung betroffen waren und die weitere Tausende von Menschenleben forderte.

Ein Land in Trümmern
Warum war das Erdbeben so verheerend?
Katastrophen sind in Haiti keine Seltenheit. Armut und schlechte Infrastruktur machen es den Menschen fast unmöglich, sich auf Katastrophen vorzubereiten, was das Land extrem anfällig macht.
Nach dem Erdbeben von 2010 gab es keinen Zugang zu Elektrizität, die Straßen waren vollständig mit Trümmern blockiert, und die Kommunikation war unterbrochen. Dies machte es für Hilfsorganisationen äußerst schwierig, die betroffenen Familien zu unterstützen.
Erschwerend kam hinzu, dass 2012 der Hurrikan Sandy Haiti heimsuchte und Überschwemmungen und Krankheiten mit sich brachte, von denen Tausende von Familien betroffen waren. Es folgten drei Jahre mit schweren Dürren und Hungersnöten.
Dann, im Jahr 2016, verursachte der Hurrikan Matthew über tausend Todesfälle und führte zu einem weiteren Choleraausbruch. Und all das während das Land noch versuchte, sich nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 wieder aufzubauen.

Wie hat ShelterBox Familien unterstützt?
Wir waren bereits 18 Monate vor dem Erdbeben in Haiti tätig, um Nothilfe zu leisten, nachdem eine Reihe von Wirbelstürmen Tausende von Familien ohne Obdach hinterlassen hatte.
Nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2010 wurden mehr als 28.000 Familien mit lebenswichtiger ShelterBox Hilfe unterstützt. Dazu gehörten Zelte, um den Familien eine Notunterkunft zu bieten, damit sie sich erholen können, Küchensets, damit sie wieder gemeinsam kochen und essen können, und Moskitonetze zum Schutz vor durch Insekten übertragenen Krankheiten wie Malaria.