Syrien
Wir bieten Familien, die aufgrund des Konflikts in Syrien gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, eine Unterkunft.
Fast 1 Million unschuldige Menschen mussten seit 2019 flüchten, um vor der Gewalt in Idlib, Syrien zu entkommen. Die Familien werden auf immer kleinerem Raum zusammengedrängt, da die Grenze zur Türkei geschlossen ist und die Regierungstruppen darauf drängen, Gebiete zurückzuerobern.
Wir arbeiten daran, Tausenden von Familien in Idlib zu helfen, die dringend eine Notunterkunft benötigen.
Lernen Sie die 27-jährige Bana kennen, die seit fünf Jahren humanitäre Helferin in Idlib leistet. Sie arbeitet für unseren Partner ReliefAid und ist die einzige Frau im Team. Sie erzählt uns, was sie als humanitäre Helferin motiviert, obwohl der Konflikt so nah an ihrer Heimat stattfindet.
Ich hoffe, dass der Krieg endet und die Menschen wieder in ihre warmen Häuser zurückkehren können. Ich wünsche mir Stabilität und Sicherheit für meine Familie und dass ich meine Kinder in einer ruhigen Welt ohne Angst großziehen kann.
Bana
Kannst du uns etwas über deine Familie erzählen?
Ich habe vor drei Jahren geheiratet. Ich habe eine Tochter namens Sima und bin jetzt mit einem weiteren Kind schwanger. Mein Mann arbeitet beim Zivilschutz und wir beide helfen Menschen und tun alles, was wir können, damit sie sich sicher fühlen. Ich liebe meine Familie sehr und versuche, den Krieg zu vergessen, wenn ich mit meinem Kind und meinem Mann zusammen bin.
Beeinflusst, dass du selbst Mutter bist deine Einstellung gegenüber den Familien, denen du hilfst?
Ja, sehr. Wenn ich zum Beispiel Kinder in Lagern sehe und ihr Leiden im Winter und in der Kälte, und dass sie ihre Kleidung nicht sauber halten können, weil die Lager mit Schlamm bedeckt sind. Im Sommer sind sie durch Skorpione und Schlangen gefährdet. Ich bin sehr traurig, besonders wenn ich Kinder im gleichen Alter wie meine Tochter sehe, die unter diesen Bedingungen leben müssen.
Helfen Sie FamilienWie ist Zuhause?
Mein jetziges Zuhause ist klein und wunderschön. Mal fühle ich mich sicher, mal nicht, weil die Gefahr nah ist.
Musstet ihr wegen des Konflikts umziehen?
Ja, ich musste zweimal mein Zuhause zurücklassen, weil mein Dorf bombardiert wurde. Wir mussten für über zwei Wochen ins benachbarte Dorf.
Wir hatten keine Unterkunft und haben diese schweren Tage damit verbracht, darauf zu hoffen, dass wir zurück nach Hause können. Am Ende konnten wir zurückkehren aber unser Haus war von der Bombardierung teilweise zerstört.
Wovon hast du geträumt, als du klein warst?
Ich habe davon geträumt, in andere Länder zu reisen und die Kulturen kennenzulernen. Ich liebe es, viel zu reisen.
Der Krieg hat uns dazu gezwungen, unter sehr schlechten Bedingungen zu leben. Vor dem Krieg haben wir nach einem großen Haus und einer festen Arbeit gestrebt, jetzt ist unser Leben weit entfernt von den Träumen, die wir hatten.
Was sind jetzt deine Hoffnungen und Träume?
Ich hoffe, dass der Krieg endet und die Menschen wieder in ihre warmen Häuser zurückkehren können. Ich wünsche mir Stabilität und Sicherheit für meine Familie und dass ich meine Kinder in einer ruhigen Welt ohne Angst großziehen kann.
Unsere Arbeit in SyrienIch habe eine Beziehung voller Zuneigung und Respekt zu den Menschen, denen wir helfen, die aus demselben Land kommen und denselben Schmerz teilen. Obwohl ich sie nicht kenne, liebe ich sie sehr.
Bana
Gibt es Dinge, die dir Momente von Freude, Leichtigkeit und Hoffnung bescheren
Das Einzige, was mir Hoffnung und Freude bereitet, ist mein Kind. Als die Türen von dem Lärm der Raketen und Flieger gebebt haben, hatte mein Kind anfangs Angst. Aber seitdem ich zu ihr meinte, dass das die Stimme des Windes ist, geht es ihr besser. Wenn sie jetzt die Geräusche der Flugzeuge hört, rennt sie zu mir und sagt „Mama, du musst keine Angst, haben, das ist die Stimme des Windes kein Fluggeräusch“.
Wieso hast du dich dazu entschieden, humanitärer Arbeit nachzugehen?
Weil ich es liebe, zu helfen. Ich kann nicht den Krieg und was den Familien passiert beobachten, ohne helfen und menschlich sein zu wollen.
Hast du das Gefühl, dass die Menschen in Syrien weibliche humanitäre Helferinnen anders sehen als männliche Teammitglieder?
Bei der humanitären Arbeit gibt es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen, aber Frauen fühlen sich wohler, wenn sie mit einer Frau sprechen als mit einem Mann.
Wo arbeitest du?
Ich arbeite mit dem Team in den Lagern im Norden Syriens. Manchmal sind sie weit entfernt und der Weg dorthin ist lang und anstrengend, aber ich bin glücklich, wenn ich Menschen helfen kann. Ich sehe die Kinder dort, spiele mit ihnen, gehe mit ihnen spazieren und freue mich über ihr Lachen.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Die Tätigkeiten im Lager variieren von Tag zu Tag. Ich könnte Bedarfsanalysen durchführen, Hilfsgüter verteilen oder mit Familien zusammenarbeiten, um zu beobachten, wie die Hilfsgüter verwendet werden und wie wirksam sie sind. Ich spreche auch mit Frauen, um ihre Geschichten festzuhalten, damit wir sie mit unseren Unterstützern teilen können.
Ich verbringe viel Zeit damit, mit Frauen in den Lagern zu sprechen, insbesondere wenn sie alleine sind. Es ist meine Aufgabe, den Menschen zu vermitteln, wie sie die von uns bereitgestellten Hilfsgüter am besten nutzen können, und ich bin die Hauptansprechpartnerin für Fragen oder Anliegen. Ich spreche mit den Frauen und frage sie nach ihren Bedürfnissen und Problemen. Wir versuchen, ihnen so gut wie möglich zu helfen.
Was macht dich stolz oder gibt dir das Gefühl, einen erfolgreichen Tag gehabt zu haben?
Was mich stolz macht, ist, dass ich meinen Mitmenschen helfen kann, und ich habe das Gefühl, einen erfolgreichen Tag gehabt zu haben, wenn ich Hilfsgüter verteilt habe, die die Menschen wirklich brauchen.
Ich habe ein Verhältnis der Zuneigung und des Respekts zu den Menschen, denen wir helfen, da wir aus demselben Land kommen und dasselbe Leid teilen. Obwohl ich sie nicht kenne, liebe ich sie sehr.
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