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Wiederverwendung und Recycling unserer Hilfsgüterverpackungen in Marokko

An diesem Earth Day berichten wir, wie unsere Hilfsgüterverpackungen in Marokko durch Wiederverwendung und Recycling ein neues Leben gefunden haben.

22 April 2024

Woman with aid packaging in a warehouse in Morocco

Bei ShelterBox geben wir unser Bestes, um dazuzulernen und unsere Vorgehensweisen zu verbessern. So können wir Menschen nach Katastrophen effektiver unterstützen. Zu diesen Verbesserungen gehört auch, dass wir die Probleme, mit denen Menschen nach einer Katastrophe konfrontiert sind, nicht noch verschlimmern. Außerdem müssen wir unsere Ressourcen effektiv nutzen und sind bestrebt, unseren CO2-Fußabdruck und den Verbrauch von Kunststoffen zu reduzieren. Aus diesem Grund hat das Team, das kürzlich nach dem Erdbeben in Marokko im Einsatz war, nach Möglichkeiten gesucht, unsere Umweltbelastung zu verringern.

Unsere Hilfsgüter müssen während des Transports in gutem Zustand bleiben. Daher ist eine gewisse Menge an Verpackungsmaterial erforderlich. Diese Verpackung besteht in der Regel aus Kunststoffbändern, Plastiktüten und großen Kartons. Decken werden in Polypropylen-Gewebefolie eingewickelt. Und natürlich gibt es die Holzpaletten, auf denen unsere Hilfsgüter transportiert werden. Bei einigen Einsätzen summieren sich diese Gegenstände zu einer beträchtlichen Menge. In Marokko mussten wir über 330 Holzpaletten in unserem Lager in Marrakesch unterbringen! Wir wollten nicht, dass sie in Marokko im Abfall landen. Wir wollten auch nicht, dass sie Probleme für die Communitys verursachen, die wir unterstützen.

 

Drei Frauen binden blaue Verpackungen von Hilfsgütern zusammen, die in Marokko wiederverwendet werden sollen.
Unsere Hilfsgüter wurden in einem Lagerhaus in Marrakesch für die Wiederverwendung vorbereitet.

Dank einiger Recherchen und der Initiative eines unserer Partner, der Le Foundation Grand Atlas, konnten all diese Gegenstände sinnvoll verwendet werden. Dies war vor allem der Unterstützung von Habiba Guonaine (oben auf der Seite abgebildet) von einem neu gegründeten Frauenverein in Marrakesch zu verdanken. Die Mitglieder des Vereins waren äußerst hilfreich beim Verpacken unserer Hilfsgüter in Säcke im Lagerhaus in Marrakesch. Zusammen mit Mitgliedern des Rotary Clubs Majorelle in Marrakesch sorgten sie dafür, dass unsere Hilfsgüter für die Verteilung bereitstanden. Anschließend organisierten sie den Transport der Kunststoffe zu einem Recyclingzentrum. Dort wurden sie zermahlen und zu Pellets verarbeitet. Aus den Pellets wurden dann neue Gegenstände hergestellt. Dazu gehörten Küchenutensilien, Plastikflaschen für Reinigungsmittel und Müllsäcke.

Auch die anderen Gegenstände fanden eine gute Verwendung. Wir konnten zwar nicht alle vom Erdbeben Betroffenen unterstützen, aber einige dieser Verpackungsmaterialien halfen anderen. Zusammen mit den Kunststoffmaterialien wurden fünfzig Paletten und ein Großteil des Kartons verwendet, um Familien zu unterstützen, mit denen der Verein am Fuße des Atlasgebirges zusammenarbeitet. Die Paletten wurden als Bodenbelag in Notunterkünften verwendet. Sie schützen die Matratzen vor dem kalten und schlammigen Boden, wenn es regnet, und können als Unterlage verwendet werden. Der Karton diente zur Isolierung der einfachen, einwandigen Zelte, in denen einige Menschen seit dem Erdbeben lebten. Die blauen, aus Polypropylen gewebten Planen wurden zum Ausbessern der Notunterkünfte verwendet. Sie halfen auch dabei, Grundwasser und Schlamm aus den Zelten fernzuhalten.

 

Junge trägt Holzpalette in ein Zelt in Marokko
Die Holzpaletten, auf denen unsere Hilfsgüter geliefert wurden, fanden eine neue Verwendung als Unterlage für Matratzen in Zelten.

Zusammen mit dem Frauenverein nutzte der Rotary Club Majorelle weitere 100 Paletten. Diese wurden an vom Erdbeben betroffene Familien verteilt, zusammen mit Matratzen, Kissen, Decken und Teppichen, die vom Club bereitgestellt wurden. Die Paletten sorgen dafür, dass Möbel und Bettzeug nicht direkt auf dem Boden liegen und vor Kälte geschützt sind.

Diese einfachen Initiativen reduzierten nicht nur den Abfall, sondern trugen auch dazu bei, dass die Familien in einer Jahreszeit, in der die Temperaturen in den Bergen sinken und Schneefall häufig ist, warm und trocken blieben.