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Die Zerstörung von Lebensraum: Katastrophen in Australien und Ozeanien

von Clara Lenz

18 May 2022

Wenn vor einer Reise nach Australien vor Gefahren gewarnt wird, ist die Rede schnell von dem “giftigsten” Kontinent der Erde. Doch neben giftigen Schlangen, Spinnen und Quallen ist der gesamte Kontinent auch geprägt von starken klimatischen Gefahrensituationen für Mensch und Tier. Aber welchen Katastrophen sind Australien und seine Nachbarstaaten, die zahlreichen Inselstaaten im Pazifik (diese werden auch Ozeanien genannt), ausgesetzt?

Katastrophen in Australien

Eine zunächst einmal geringere  Gefahr für den Menschen, jedoch ein enormes Problem für die Unterwasserwelt, stellt der Temperaturanstieg der Weltmeere dar. Das im Nord-Osten von Australien liegende Great Barrier Reef, welches für seine enorm hohe Artenvielfalt bekannt ist, hat darunter in der Vergangenheit bereits besonders stark gelitten. Allein in den letzten Jahren sind weite Teile der bunten Korallen ausgeblichen und abgestorben. Das weltbekannte Taucherparadies und große Touristenattraktion wird so immer mehr zum Brennpunkt von sichtbaren Folgen des Klimawandels und Eingriffen des Menschen in die Natur. (Quelle: Spiegel)

Zunehmende Trockenheit, die ebenfalls mit der Erderwärmung in Verbindung gebracht werden kann, stellt ein weiteres gefährliches Katastrophenpotenzial für Natur und Mensch dar. Der Niederschlag auf dem Kontinent wird immer unregelmäßiger, Flüsse und Seen versiegen und weite Landesteile werden für den Menschen auf diese Weise nicht mehr nutzbar. Gerade Kleinbauern verlieren dadurch ihre Existenzgrundlage. (Quelle: Deutschlandfunk KulturZudem beschleunigen trockene Bodenflächen die Ausbreitung von Buschfeuern, welche ebenfalls nicht selten sind. Erst im Jahr 2019 kam es im Osten von Australien zu verheerenden Waldbränden, bei denen 12 Millionen Hektar Land verbrannten. Zahlreiche Tiere, wie Kängurus und Koalas, starben in den Flammen. (Quelle: Tagesschau) In den Jahren 2020 und 2021 kam es erneut zu Buschfeuern, die zwar nicht die gleichen verheerenden Ausmaße hatten, aber trotzdem aufzeigen, wie stark die Natur unter dem Klimawandel bereits leidet.

Auf globaler Ebene häufen sich Extremwetterlagen, auch Australien bleibt davon nicht verschont.  Nach Zeiten der starken Trockenheit kommt es oftmals zu Hitzeperioden oder extremen Regenfällen – wie zuletzt im Frühjahr 2021. Aufgrund von Starkregen, der über mehrere Tage hinweg anhielt, traten einige Flüsse über die Ufer und  große Flächen im Südosten des Kontinents wurden überschwemmt. Hierbei wurden Wohnflächen zerstört und viele Menschenleben gefährdet. (Quelle: Tagesschau)

Im tropischen Norden Australiens kommt es zudem häufig zu starken Regenfällen, oftmals als Folge von Zyklonen. Diese entstehen  vor allem in der Zeit zwischen November und April über dem Pazifik und ziehen dann über den Küstengebieten auf. Oftmals richten sie großen Schaden an. Neben Überschwemmungen kommt es zu orkanartigen Windböen. (Quelle: Auswärtiges Amt)

Naturkatastrophenpotenziale in Australien und Ozeanien.

Ozeanien und seine natürlichen Gefahren

Zyklone stellen nicht nur für den Norden Australiens eine erhebliche Gefahr dar, die Inselstaaten in der Nachbarschaft des Kontinents werden dadurch ebenso stark gefährdet. Die tropischen Wirbelstürme treffen oftmals mit starken Winden und Wassermassen auf Inselgruppen wie die Salomonen, die Cook Inseln oder Fidschi. Zyklon Winston traf im Jahr 2016 auf Fidschi und richtete enorm große Schäden an. Bei dem Wirbelsturm starben über 40 Menschen, auf manchen Inseln fiel der Strom aus und ganze Dörfer wurden zerstört. (Quelle: SpiegelAuswärtiges Amt)

ShelterBox war nach Zyklon Winston im Jahr 2016 auf Fidschi im Einsatz.

Neben Zyklonen stellen auch Vulkanausbrüche eine große Gefahr für die Inselstaaten rund um Australien dar. Die Landmassen von Ozeanien liegen in einer seismisch sehr aktiven Zone. Dadurch kann es auf den Inselstaaten, welche am pazifischen Feuerring* liegen (beispielsweise Papua-Neuguinea und Neuseeland), immer wieder zu Vulkanausbrüchen, Erd- und Seebeben kommen. Durch Beben können zudem Tsunamis ausgelöst werden. (Quelle: ESKP)

 

*Der pazifische Feuerring ist ein Vulkangürtel an der Kante der pazifischen Platte.