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Donnerstag 30 März 2017

Zur Lage der Flüchtlinge aus Mosul
Zur Lage der Flüchtlinge aus Mosul

Alice Jefferson (rechts) im Gespräch mit einer Gruppe im Salamiyah Auffanglager (Foto: ShelterBox)

Unser SRT-Mitglied Alice Jefferson ist gerade aus dem Irak zurückgekehrt. Hier in einem Auffanglager südwestlich des Flughafens Mosul traf sie Menschen, die gerade aus einem der meist umkämpften Orte der Erde entkommen sind. Sie haben geliebte Menschen verloren, ihre Häuser, all ihr Hab und Gut - aber sie sind mit ihrem Leben davon gekommen.

Salamiyah ist ein surrealer Ort. Das ehemalige Gasdepot liegt nur wenige Kilometer vom Flughafen Mosul entfernt. Bis zu 14.000 Menschen kommen hier pro Tag an und werden registriert. Es ist der erste Schritt hin zu etwas Sicherheit für die vom Kampf gezeichneten Menschen. Nachdem die Formalitäten aufgenommen wurden, bekommen die Familien eine erste Grundausstattung und ihre erste Mahlzeit. Die meisten werden dann mit Bussen in die umliegenden Lager gebracht oder, wenn sie es vorziehen, zu Verwandten in der Umgebung. Aufgrund der Vielzahl der Ankömmlinge ist jetzt ein kontinuierlicher 24-Stunden-Bus-Service für die Weiterreise eingerichtet worden.

Alice sprach hier mit einer Großmutter, die jetzt in Salamiyah lebt. Trotz all ihrer Nöte lächelte sie und freute sich, mit unserem Team zu sprechen: „Wir haben seit über zwei Jahren unter der Kontrolle des IS gelebt.“ Gefragt, wo sie und ihre Familie gegenwärtig leben, sagte sie: "Wir bleiben vorerst hier in der Einrichtung, zusammen mit über hundert anderen Familien." Es ist eine Art kollektives Zentrum in Salamiyah entstanden, das Schutz für Binnenvertriebene bietet, die einst unter der Kontrolle des IS leben mussten. „Ich will gern wieder nach Hause gehen", sagt sie traurig „aber jetzt ist es nicht möglich."

Die Großmutter und ihre Familie stammen aus einer nahe gelegenen Stadt namens Gwer, am Ufer eines Flusses gelegen, der eine strategische Verbindung zwischen den Städten Tikrit und Mosul darstellt und in den Tigris fließt. Gwer wurde im August 2014 vom IS eingenommen. Die meisten Schulen wurden damals geschlossen. Auch ihre Enkelin hat seit über zwei Jahren keine Ausbildung mehr erhalten und noch immer gibt es keine Schule.

Das ist allerdings nur eines von vielen Problemen hier. Zwar sind die Nächte nicht mehr frostig, dafür regnet es jetzt tagelang und der staubige Boden verwandelt sich schnell in eine Schlammwüste. Außerdem beginnt bald die Saison der jährlichen Sandstürme. Ein unwirtliches Klima und deshalb ist der Schutz vor starken Winden überlebenswichtig.

Auch wenn Alice Jefferson und die anderen Kollegen nun den Irak wieder verlassen haben, steht ShelterBox bereit zurückzukehren, wenn die Menschen aus Mosul Hilfe benötigen. Derweil geht die Verteilung der Hilfsgüter durch Partnerorganisationen jedoch weiter.


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