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Montag 12 Dezember 2016

Wohin sollen die Menschen aus Mosul fliehen?
Wohin sollen die Menschen aus Mosul fliehen?


Syrien ist momentan nun wirklich alles andere als einen Platz des Friedens und der Sicherheit.Und doch stellen Hilfsorganisationen fest, dass immer mehr Menschen aus dem Irak als letzten Ausweg Schutz in syrischen Flüchtlingslagern suchen.

Mosul im Irak ist Heimat von über einer Million Zivilisten, die jetzt durch den intensiven Kampf um die letzte IS-Festung in der Stadt eingeschlossen sind. Etwa 80.000 Zivilisten konnten bereits aus Mosul und den umliegenden Gebieten fliehen, doch es könnten plötzlich Hunderttausende werden. Und so bereiten sich die Vereinten Nationen auf das „Worst-Case-Szenario“ vor, bei dem mehr als eine Million Menschen obdachlos und ohne Schutz vor dem herannahenden Winter sein könnten. „Die Familien in Mosul stehen vor einer schrecklichen Situation. Nicht nur sind sie in Gefahr, verletzt oder getötet zu werden, möglicherweise gibt es auch für mehr als eine halbe Million Menschen kein sauberes Trinkwasser“, so der UNICEF Beauftragte für den Irak Peter Hawkins.

Jetzt haben uns Berichte von einer Partnerorganisation, die die ShelterBox-Hilfe im Hasake Governorat verteilt, erreicht, die von einer beachtlichen Zahl von Flüchtlingen sprechen, die von Mosul aus gen Osten Richtung Syrien fliehen. Mike Seawright, Direktor unserer Partnerorganisation ReliefAid, sagt: „Wir haben vor kurzem unsere ShelterBox-Distribution in Syriens nordöstlichem Governorat Hasake, das an den Irak angrenzt, abgeschlossen. Hier unterstützen wir ein Flüchtlingslager, in dem 80 Prozent der Familien aus Mosul oder Umgebung stammen." So berichtet ReliefAid, dass Tausende von Familien aus Mosul den Weg über die Grenze nach Syrien vorziehen, anstatt Schutz im Irak selbst zu suchen. Was für eine prekäre Situation, die Familien von einer schlimmen Situation in eine andere zwingt.

Alle ShelterBox-Partner in Syrien und Irak - ReliefAid, Hand in Hand für Syrien, ACTED und unser neuer Partner, die tschechische Organisation „People in Need“ - liefern lebensrettende Hilfe für Menschen in Not und arbeiten in einigen der gefährlichsten Gegenden der Welt. Neben der laufenden Arbeit innerhalb Syriens bereitet sich ShelterBox in Bezug auf Mosul darauf vor, für den humanitären Ernstfall gerüstet zu sein. Durch ACTED konnten Haushalte im Nordirak bereits ShelterKits erhalten, Zelte und andere Hilfsgüter sind bereit für den Einsatz, wenn Familien aus Mosul unsere Hilfe benötigen. 1.000 Haushalte in Ninewa und im Governorat Erbil werden zudem erste Notunterkünfte erhalten. Tausende weitere Zelten stehen bereit.

ShelterBox Response Team Mitglied Rachel Harvey hat gerade einen Einsatz im Irak beendet, einschließlich eines Besuchs in den Lagern in der Provinz Ninewa, wo Hilfekonvois mehrere militärische Checkpoints passieren müssen. Rachel Harvey berichtet von dieser Reise: „Die Nähe der Kämpfe ist wirklich auffallend. Während man in der einen Minute noch Kaffee in einem Hotel trinkt, fährt man eine Stunde später durch ein verlassenes Dorf auf dem Weg zu den Menschen, die durch den Krieg vertrieben wurden und man hört von Ferne Kampfhandlungen. Der Abstand zwischen Frieden, relativem Wohlstand und den Verwüstungen des Krieges ist erschreckend gering.“

ReliefAid musste nun die schwierige Entscheidung treffen, die derzeitige Winterhilfe als Folge der laufenden Belagerung in Aleppo auf die Region Idlib zu verlagern. Anhaltende Angriffe auf die Zivilbevölkerung, extreme medizinische Engpässe, null Zugang zu humanitärer Hilfe und schwere Nahrungsmittelknappheit führen zu einer rapiden Verschlechterung der ohnehin schon schlimmen Lebenslage. Doch ShelterBox und seine internationalen Partner sind bereit, Familien auf der Flucht vor dem Krieg zu helfen, wo immer es die Umstände möglich machen. Aber diese Region wird bald im Griff eines eisigen Winters sein, mit Stürmen und frostigen Temperaturen in der Nacht und so eine weitere Bedrohung für Familien auf der Flucht vorprogrammiert.
 

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