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Montag 05 Dezember 2016

Aleppos Bevölkerung ohne Versorgung und Hoffnung
Aleppos Bevölkerung ohne Versorgung und Hoffnung

Nach der Flucht von Zehntausenden Menschen und heftigen Luftangriffen ist die humanitäre Lage in der umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo nach Angaben ranghoher UN-Vertreter dramatisch.

«Es gibt wohl nirgendwo auf der Welt schutzlosere Menschen als in Ost-Aleppo», sagte der UN-Nothilfekoordinator für Syrien, Jan Egeland. Auch andere ranghohe UN-Vertreter zeichneten ein düsteres Bild der Lage. Ohne Gegenmaßnahmen könne sich Aleppo in «einen gigantischen Friedhof» verwandeln, sagte Nothilfekoordinator Stephen O’Brien im UN-Sicherheitsrat. Er plädierte dafür, die Bevölkerung im Namen der Menschlichkeit zu schützen. Schätzungsweise 25.000 Menschen sind vertrieben worden, fügte er hinzu, während in manchen Gegenden die Menschen so hungrig sind, dass sie im Müll nach Essbarem suchen.
 
Unsere Partnerorganisation ReliefAid hat ein Team in Aleppo. Auch sie sind mit ihren Familien in der bombardierten Stadt gefangen. Vor einiger Zeit war das Büro von ReliefAid durch Bombenangriffe zerstört worden, ein Mitarbeiter war durch die Kugeln eines Scharfschützen getötet worden. Die lokalen Mitarbeiter haben mit dem Chef von ReliefAid Mike Seawright über ihre Ängste und Befürchtungen gesprochen.

Trotz der Tatsache, dass dies der gefährlichste Ort auf Erden ist, momentan für eine Hilfsorganisation zu arbeiten und das Team von ReliefAid die Hoffnung aufgegeben hat, Ost-Aleppo verlassen zu können, hat sich die Organisation entscheiden, weiter humanitäre Hilfe für ihre Nachbarn in der kriegszerstörten Stadt zu leisten. So konnten durch diese tapferen Bemühungen in diesem Jahr bisher für über 36.000 Menschen lebensrettende Hilfsgüter sowie Winter-Kleidung für Kinder verteilt werden. Aber nun sagt Geschäftsführer Mike Seawright: „Die Zukunft und das Leben unserer Kollegen hängen am seidenen Faden."



Zerstörung in Aleppo (Foto mit freundlicher Genehmigung ReliefAid 2016)

Nach einer Verschärfung der Kämpfe konnte sich Mike Seawright in der vergangenen Woche wieder mit seinem Team in der Stadt in Verbindung setzen. Er sagt, dass die größte Angst der Menschen dort ist, getötet oder verletzt zu werden und ohne medizinische Versorgung zu sein. Im Osten Aleppos leben schätzungsweise 275.000 Menschen. Das Leiden der Bevölkerung unter kalten Winterbedingungen ist immens. Die medizinische Versorgung ist nach anhaltenden Angriffen auf Krankenhäuser und Ärzte nach wie vor eingestellt. Familien irren auf der Flucht vor den Kämpfen durch die Straßen und suchen Schutz in öffentlichen Gebäuden und ehemaligen Schulen. Mike Seawright fügt hinzu: "Unser Team berichtet von einer verzweifelten Situation. Familien haben keine Sicherheit, kein Essen, kein Wasser und keine Hoffnung mehr. Für die Zivilbevölkerung, die erst die ausgedehnte Belagerung und intensive tägliche Luftschläge erlebt hat, ist die Eskalation im Bodenkampf nun zu viel, das alles zu ertragen."
 
Gefragt, welche Botschaften die Menschen von Aleppo an die internationale Gemeinschaft haben, so sagt ein Mitarbeiter von ReliefAid: »Vergib mir, aber wir haben keine Botschaften. Wie kann die Welt dabei zusehen, wie unser Volk getötet wird?" Und Mike Seawright fügte hinzu, dass Aleppos Bürger das Vertrauen in die internationale Gemeinschaft verloren haben. „Sie sehen sich als Opfer in einem regionalen und internationalen Spiel. Dabei scheint die syrische Regierung darauf zu drängen, das Spiel zu beenden. Nachdem bereits ein Mitarbeiter von einem Scharfschützen getötet wurde, sind wir sehr besorgt um unser Team in Aleppo."


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