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Montag 29 Juni 2015

Naturkatastrophen erklärt
Naturkatastrophen erklärt
Hurrikan Sandy fotografiert von der NASA, November 2012 (Foto: NASA Earth Observatory)

ShelterBox stellt Notunterkünfte und wichtige Gegenstände zum Überleben zur Verfügung, wenn es auf der Welt zu Naturkatastrophen und humanitären Krisen kommt. In dieser Reihe wollen wir uns mit den verschiedenen Formen von Naturkatastrophen beschäftigen und ihre Ursachen und Auswirkungen beleuchten. 

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem tropischen Wirbelsturm, einem Taifun und einem Hurrikan?

Nach Angaben des nationalen Hurrikan Zentrums in den USA ist „ein tropischer Wirbelsturm ein geschlossenes rotierendes System aus Wolken und Gewitterfronten, das in geringer Höhe über tropischen oder subtropischen Gewässern entstehen kann.“ Der Begriff Hurrikan bezieht sich speziell auf tropische Wirbelstürme mit Windgeschwindigkeiten von mindestens 120 km/h, welche über dem Nordatlantik, östlichen Nordpazifik, der Karibik und dem Golf von Mexiko auftreten. Diese Regionen werden oft als Hurrikan-Becken bezeichnet. Tropische Stürme gleicher Intensität über dem westlichen Pazifik werden stattdessen als Taifun, nicht als Hurrikan bezeichnet.
Durch den Einfluss der Coriolis-Kraft, also der Bewegung, die durch die Erdrotation verursacht wird, drehen sich tropische Wirbelstürme auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn und in der südlichen Hemisphäre im Uhrzeigersinn.

Wann treten Hurrikans normalerweise auf und wie werden sie benannt?
Die Hurrikan-Saison über dem Atlantik ist vom 1. Juni bis 30. November. Basierend auf historischen Wetteraufzeichnungen kann man pro Jahr mit etwa zwölf Tropenstürmen in dieser Region rechnen, wobei sich die Hälfte meist abschwächt und sich die anderen sechs meistens zu Wirbelstürmen entwickeln. Bei so vielen tropischen Stürmen, die oft zur gleichen Zeit aktiv sind, haben Meteorologen ein System entwickelt, Stürme in alphabetischer Reihenfolge zu benennen. Die Namen können wiederholt werden, aber erst wieder nach einem Intervall von sechs Jahren. Allerdings sind die Namen von sehr schweren Stürmen von der erneuten Nutzung ausgeschlossen. Zudem werden in geraden Jahren, Männernamen den ungeraden Stürmen zugeordnet und bei ungeraden Jahren werden den ungeraden Stürmen Frauennamen gegeben. So bekamen im vergangenen Jahr 2014 die ersten sieben tropischen Stürme die Namen: Arthur, Bertha, Cristobal, Dolly, Edouard, Fay und Gonzalo.

Wie beeinflussen Hurrikans die Küstenregionen?
Die starken Regenfälle und Stürme verursachen oft große Zerstörungen an Gebäuden, Straßen und Autos. Oft entstehen durch einen Hurrikan auch Sturmfluten, die die Küstenregionen überrollen und zusätzliche Schäden an Häusern und der Infrastruktur mit sich bringen. Viele Familien werden dadurch obdachlos und sind auf Hilfe von außen angewiesen, um mit dem Notwendigsten versorgt zu werden. Hier kommt wieder ShelterBox ins Spiel. Doch um schnell reagieren zu können, müssen wir vorbereitet sein.



Ausmaß der Verwüstung nach Katrina, aufgenommen im September 2005.

Als der Hurrikan Katrina im August 2005 im südlichen Florida auf die USA traf, standen plötzlich mehr als 100.000 Häuser ohne Strom da. Nachdem  der Sturm sich gedreht hatte und sich Richtung Landesinnere auf Louisiana, Mississippi und Alabama zubewegte, nahm er noch an Intensität zu. Über 200 Kilometer Küstenlinie wurden dem Erdboden gleich gemacht, 1836 Menschen verloren ihr Leben und Tausende wurden obdachlos. ShelterBox war schnell zur Stelle und dank der großzügigen Unterstützung unserer Spender weltweit, konnten wir insgesamt 1.320 Überlebenskisten ins Katastrophengebiet um New Orleans senden.

Ein weiteres Themen, wie es zu Naturkatastrophen kommt, wollen wir nun beleuchten: Wie kommt es zu Überschwemmungen?

ShelterBox hat seit Anfang 2013 bei 36 Einsätzen in Krisengebieten auf der ganzen Welt Katastrophenhelfer und Überlebensausrüstungen zur Verfügung gestellt. Bei fast der Hälfte dieser Einsätze in 14 verschiedenen Gebieten in Europa, Afrika, Südamerika, Asien und Australien waren Überschwemmungen die Ursache. Dies ist nicht verwunderlich, denn laut einer Studie der US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) stellen Überschwemmungen weltweit die häufigste Umweltgefährdung dar.

Im Wörterbuch findet sich dazu folgende Definition: „Eine Überflutung auf einer Fläche, die normalerweise trocken ist." Aber es gibt mehr dazu zu sagen. Grundsätzlich kann man zwei Arten von Überschwemmungen unterscheiden: Entweder werden sie durch übermäßige Regenfälle verursacht oder durch Sturmfluten an den Küsten, die durch Hurrikans oder Taifune ausgelöst werden. In einem späteren Beitrag werden wir noch einmal auf die Sturmfluten zu sprechen kommen. Heute wollen wir uns fürs erste auf die Auswirkungen von heftigen Regenfällen konzentrieren.

Starkregen, bei dem das abfließende Wasser die Aufnahmefähigkeit der Flüsse übersteigt, ist die häufigste Ursache von Überflutungen. Das führt dazu, dass Flüsse über ihre Ufer treten und Befestigungsanlagen und Dämme zerstört werden können. Das zieht oft eine Sturzflut nach sich, die wegen ihrer Geschwindigkeit besonders gefährlich ist und das  betroffene Gebiet blitzschnell überflutet. Einige Überschwemmungen entstehen durch das zufällige Auftreten von ungewöhnlich starken Regenfällen. Eines der jüngsten Beispiele, bei dem ShelterBox  im Einsatz war, ist das Hochwasser, welches im Sommer 2014 auf dem Balkan wütete. Hier gab es in Serbien und Bosnien die höchsten Niederschlagsmengen seit 120 Jahren. Gleiches wiederholte sich kurze Zeit später in Brasilien, Argentinien und Paraguay . Überall gab es viele Tote und Verletzte, Zehntausende verloren ihre Häuser und wurden vertrieben.

Überschwemmungen können auch durch meteorologische Phänomene ausgelöst werden, die sich regelmäßig wiederholen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Monsun - eine saisonale Wettererscheinung, die mit starkem Regen einhergeht. Der Südwest-Monsun auf dem indischen Subkontinent  tritt jährlich zwischen Juni und September auf. Seine Zerstörungskraft und die möglichen Auswirkungen machen ihn wahrscheinlich zum schlimmsten Monsun weltweit.  So ist ShelterBox momentan nach den Überschwemmungen in Nepal im Einsatz und verteilt Zelte und andere Ausrüstungen. Hier hatte der schwere Monsunregen heftige Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. Auch einige Teile von Pakistan und Indien sind davon betroffen.

Die Effekte nach Überschwemmungen sind in den betroffenen Gebieten weitreichend. Nicht nur das Wasser selbst ist die Ursache für viele Toten und Verletzte. Manche Menschen werden auch von mitgerissenen Gegenständen im Wasser regelrecht überrollt. Viele Häuser erleiden durch die Fluten Schäden am Fundament, werden unterspült, instabil und unbewohnbar. Selbst dort, wo das Haus intakt bleibt, muss die Familie erst einmal eine alternative Unterkunft finden, bis ihr Haus gereinigt, repariert und wieder bewohnbar ist. Und Hochwasser beschädigt natürlich auch öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser, zerstört die Infrastruktur mit Straßen und  Brücken sowie die Ernte. Das alles hat einen großen Einfluss auf das wirtschaftliche Leben der betroffenen Bevölkerung.


Überschwemmungsgebiet in Mosambik (Februar 2013) Foto: ShelterBox

Mangelnde Gesundheitsversorgung und sanitäre Anlagen stellen ein weiteres Hauptproblem dar. Wasserleitungen sind oft verunreinigt, wenn Schlamm und Abwasser in die Trinkwasserversorgung gelangen. Zudem sind große Flächen von stehendem Wasser ein Paradies für Mücken, die Überträger von Malaria und Dengue-Fieber sind.

Die ShelterBox-Einsätze bei Überschwemmungskatastrophen tragen all diesen Problemen Rechnung. Familien, die durch die Fluten zeitweilig vertrieben wurden, können in ihre Heimat zurückkehren, nach dem sich das Wasser zurückgezogen hat. Allerdings brauchen sie eine Unterkunft, während sie ihre Häuser wieder aufbauen. Hier kommt das ShelterBox-Zelt zum Einsatz, denn es erlaubt den Familien während der Wiederaufbauphase ganz in der Nähe zu bleiben. Zusätzlich liefern wir Wasseraufbereitungssysteme, um das Problem des verunreinigten Trinkwassers in den Griff zu bekommen sowie Moskitonetze, die helfen sollen, das Risiko einer Malariainfektion zu verringern.

Das einzige, was ShelterBox nicht kann, ist künftiges Hochwasser zu verhindern. Mit dem Ansteigen der Weltbevölkerung werden auch immer mehr Menschen in Gebieten mit einem hohen Überschwemmungsrisiko leben, wo es immer wieder unvorhersehbare Wetterkapriolen geben wird. Und trotz der vorhersagbaren Ereignisse wie einem Monsun, ist es in der Realität leider immer noch so, dass Regierungen wenig tun können, um auf ungewöhnlich starke Regenfälle vorbereitet zu sein. So ist es leider unvermeidlich, dass ShelterBox auch in Zukunft gerufen wird, um die Bevölkerung in den Überschwemmungsgebieten zu unterstützen. Und natürlich verpflichten wir uns weiterhin, diesem Ruf zu folgen.
 


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